Unterwegs telefonieren, vielleicht eine SMS schreiben – das ist bereits lange Geschichte. Mittlerweile taugen immer größere Smartphones zum Surfen im Internet, die Nutzung von sozialen Netzwerken soll unterwegs ebenfalls möglich sein. Die Anforderungen an eine Mobilfunkverbindung sind vielfältig. Denn der Nutzer stellt damit seit einigen Jahren immer komplexere Ansprüche an das mobile Netz. Es soll nicht nur eine flächendeckende Erreichbarkeit ermöglichen und große Distanzen ohne Funklöcher überbrücken, sondern auch dazu zunehmend größere Datenmengen übertragen – und das nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig.
UMTS gelangt im ländlichen Raum an seine Grenzen
Um das zu ermöglichen, verfeinern die Mobilfunkbetreiber ihre Netze zusehends. Der Aufbau ist als wabenförmig angeordnete Struktur von Funkzellen gesehen. Diese Funkzellen werden vom nächsten Sendemast ausgestrahlt und haben eine bestimmte Position. Jede dieser Zellen sorgt in ihrem Bereich für den nötigen Empfang und stellt gleichzeitig fest, wie viele Nutzer sich gerade in ihrem Einzugsbereich befinden und das Mobilfunknetz verwenden. Dadurch ist auch eine recht genaue Ortung von Handys möglich. Elektromagnetische Wellen senden die nötigen Informationen mit hoher Frequenz zum Funkmast zurück. Doch die Registrierung der mobilen Geräte ist nicht nur hilfreich, wenn die Position bestimmt werden soll. Durch die erfasste Datenmenge sind die Zellen in der Lage, ihre Größe zu verändern, wenn das Übertragungsvolumen für die Zelle zu groß wird. Die Zelle zieht sich zusammen, dadurch fallen andere Nutzer in den Empfangsbereich der benachbarten Funkzellen. In einigen ländlichen Gebieten kann auch die benachbarte Zelle überfordert sein – besonders bei UMTS zeigt sich dieses Problem durch ein abreißendes Signal. Viele UMTS-Geräte übertragen die Daten dann ersatzweise via GSM – für den Nutzer zeigt sich diese Umstellung durch eine stark verringerte Geschwindigkeit.
LTE überzeugt mit großer Reichweite
Der neue Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) soll dieses Problem lösen. Die Geschwindigkeiten – mit Übertragungsraten von bis zu 50 MBit/s schlägt LTE sogar das konventionelle ADSL deutlich – machen Videostreaming auch unterwegs problemlos möglich. Besonders wer in einem Gebiet wohnt, in dem kein DSL-Leitungsnetz ausgebaut ist, wird von der neuen Technologie profitieren. Die Reichweiten eines Sendemasts betragen je nach Topografie bis zu 10 km. Möglich macht das die Nutzung von 800 MHz-Frequenzen, die im Vergleich zu höheren Frequenzen eine größere Reichweite auf Kosten der Geschwindigkeit ermöglichen. Ein weiterer Vorteil: Weil das alte Antennenfernsehen auf dieser Frequenz lief, ist ein Teil der Infrastruktur schon vorhanden. Aus diesem Grund dürfte der Netzausbau sehr schnell zu realisieren sein. Sind die weißen Flecken im ländlichen Raum geschlossen, wird LTE auch in den Städten verfügbar sein. Dort sollen 2.600 MHz-Frequenzen verwendet werden, weil es sonst zu einer Überlagerung mit bestehenden Mobilfunknetzen kommen kann. Außerdem kann so die Übertragungsgeschwindigkeit erhöht werden. Damit der Kunde diese Vorteile auch nutzen kann, muss allerdings zunächst noch ein breites Angebot an LTE-fähiger Hardware her. Während es schon einige Router für den Heimbereich gibt, sieht das Angebot für die mobile Nutzung noch mau aus.
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